Bundesspiele in Kiel – welch ein Abenteuer

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Ein Erfahrungsbericht von Marco Kühne

Die Special Olympics Bundesspiele sind sozusagen die deutschen Meisterschaften für Menschen mit einer geistigen Behinderung.

In Kiel trafen unsere Athleten in den Disziplinen Rad fahren, Tischtennis und Leichtathletik auf die besten der ganzen Nation – und nicht nur auf diese. Mit dabei waren in diesem Jahr auch erstmals Mannschaften aus Israel, Belgien und den Niederlanden.

Die Sportlerinnen und Sportler der Lebenshilfe reisten mit Bus und Bahn an und bezogen am Montagnachmittag ihr Quartier im Süden von Kiel. Das Kofferauspacken, das Akkreditieren der Athletinnen und Athleten sowie die Besichtigung der Wettkampfstätten standen zunächst auf dem Nachmittagsprogramm.

Nach einem frühen Abendessen ging es dann zur Eröffnungsfeier der Spiele in die Sparkassen-Arena. Akrobaten und Schauspieler, Musiker und Bands begrüßten uns mit einem bunten Programm. Nach dem Einmarsch der Athletinnen und Athleten wurde das olympische Feuer entzündet – so konnten die Spiele beginnen.

Pompöse Eröffnungsfeier

Nur eine kurze Nacht war uns nach der pompösen Eröffnungsfeier gegönnt, da die ersten Wettkämpfe bereits um 9 Uhr begannen  In der Leichtathletik bestritten Julia A. Simon (Weitsprung) und Klaas Schwebe (1500-Meter-Lauf) ebenso wie Benjamin Marx (Rad fahren) ihre ersten Qualifikationen. Alle drei schafften es, sich für die Endkämpfe zu qualifizieren. Durch die Nähe zum Strand und wegen des schönen Wetters entschieden wir uns, unser Abendessen als Picknick am Strand einzunehmen. So klang der erste anstrengende Wettkampftag in Kiel aus.

Der Mittwoch stand ganz unter dem Motto „Gesund und munter“. Unsere Sportlerinnen und Sportler waren beim „Health & Fitness“ angemeldet. Im Rahmen dieses Programms haben die Organisatoren einen kostenlosen Gesundheitscheck angeboten. Unsere Athleten wurden beim Sportcheck auf ihre Fitness getestet und bekamen Informationen für den Hausarzt und Eltern mit.

Am Nachmittag fuhren wir gemeinsam zur Radrennbahn, um Benjamin Marx bei seinem 1-km und 2-km Zeitfahrfinale anzufeuern. Wir freuten uns mit ihm über die guten Platzierungen (5. und 6. Platz). Nach einem entspannten Abendessen machten wir uns auf zur Sportler-Disco. Hier wurde zu Helene Fischer und anderen Popsongs bis spät in die Nacht gefeiert. Dementsprechend schwer war es, am Donnerstagmorgen aufzustehen. Verträumt und noch leicht verschlafen saßen wir schon um 7 Uhr am Frühstückstisch, um uns für den langen Tag zu stärken. Neben dem Finale im Weitsprung von Julia A. Simon standen für Melissa Brandt  die ersten Qualifikationsspiele im Tischtennis an, und Benjamin Marx musste für die Qualifikation im 5-km-Straßenrennen in die Pedalen treten. Beim Tischtennis konnte sich Melissa Brandt durch vier Siege für die stärkste Finalgruppe am Freitag qualifizieren. Julia A. Simon hatte einen sehr guten Tag und sprang mit einer guten Leistung auf das Treppchen. Sie holte sich eine Bronzemedaille. Ihre sportliche Leistung wurde von einem Fernsehteam gefilmt, so kann man sich auf der Homepage des NDR den Medaillensprung noch einmal anschauen. Wir gratulieren Julia ganz herzlich zum dritten Platz.

Besuch in Olympic Town

Nach der ganzen Aufregung nutzen wir das schöne Wetter und trafen uns am Nachmittag mit allen Athleten an der Deichpromenade in Kiel. Dort stand das „Olympics Town“. Es gab verschiedene Shows und Tanzgruppen. Auch wurden an der Deichpromenade die Wettkämpfe der Segler und Beachvolleyballer ausgetragen. Wir waren bei den Beachvolleyball-Wettkämpfen dabei und feuerten die Spieler kräftig an. Neben den Shows gab es auch verschiedene Spielmöglichkeiten zum Ausprobieren. So spielten wir selbst eine Runde Golf und Tischfußball. Den Abend schlossen wir auch noch sportlich beim Fußballschauen ab. Es lief das Relegationsspiel zwischen Wolfsburg und Kiel. In der schönen Stadt Kiel waren wir treue Fans für die Kieler – leider vergebens.

Am letzten Tag ging es noch einmal heiß her. Bei 30 Grad im Schatten mussten Melissa Brandt, Klaas Schwebe und Benjamin Marx ihre Finale bestreiten. Melissa spielte in der stärksten Tischtennisgruppe. In ihrer Gruppe war eine Luxemburgerin, die im Ligabetrieb spielt. Melissa musste im ersten Spiel gegen diese Spielerin ran und verlor mit 11:8 und 11:6. Die Luxemburgerin sollte zum Schluss die Goldmedaille gewinnen. Im zweiten Satz sah es schon etwas ausgeglichener aus. Mit 11:9, 7:11 und 11:8 gewann Melissa das zweite Spiel. Im dritten Spiel musste sie sich mit 5:11 und 8:11 geschlagen geben und belegte einen sehr guten vierten Platz im Tischtennis Einzel der Frauen.

Benjamin gab beim 5-km-Lauf alles, war jedoch von den vielen Läufen der Vortage und dem heißen Wetter etwas geschwächt. Er holte sich jedoch einen guten sechsten Platz im 5-km-Straßenrennen. Klaas war der letzte Starter an diesem Tag. Er lief seine 1500 Meter in guten 10:54 Minuten und schaffte es auf den 8. Platz. Leider konnte er seine gute Zeit aus dem Vorlauf (8:49 Minuten) nicht wiederholen. Wir sind trotzdem stolz auf ihn und gratulieren Klaas.

Als alle unsere Athletinnen und Athleten ihre Wettkämpfe beendet hatten, ging es mit Bus und Bahn zurück nach Bremerhaven. Freudig wurden wir von Familie und Freunden erwartet. Jetzt schwelgen wir noch ein paar Tage in Erinnerung bevor es heißt: „Nach den Spielen ist vor den Spielen – auf zum Training“.

Fotos: Kühne

 

 

 

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Von | 2018-06-26T12:19:10+00:00 Juni 26th, 2018|Aktuelles, News|Kommentare deaktiviert für Bundesspiele in Kiel – welch ein Abenteuer